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Artikel und Vorträge

Das Jahr 2000 im Spiegel des I Ging

Menschheitsentwicklung und Weltsituation interpretiert durch das große Rad der 64 Hexagramme

In der chinesischen Astrologie wird jedem Jahr nicht nur ein veränderliches „Element“ sowie eines der zwölf Tierzeichen zugeordnet, sondern auch ein bestimmtes Hexagramm, daß sich in einem 60-Jahres-Zyklus wiederholt. Im Jahr 2000 ist dies das Hexagramm 29 • Das Abgründige und die damit in Verbindung gebrachte Thematik, was zusammen mit dem Tierkreiszeichen Drache und dem variablen Element Metall, auf eine spannungsgeladene Konstellation mit einigem Sprengstoff schließen läßt. Ganz allgemein ist die Interpretation eines Hexagrammes recht komplex und resultiert aus verschiedenen ineinandergreifenden Elementen, die zu erkennen einiges an Schulung voraussetzt. Trotzdem möchte ich, da ein zunehmendes Interesse an der inneren Struktur der „Weltformel I Ging“ besteht, das Hexagramm des Jahres 2000 einmal in seine Bestandteile und Verbindungen auflösen, was den darauffolgenden Text vielleicht etwas verständlicher macht.

Aus dem Aufbau des Hexagramms ergibt sich der Sinn
Die beiden primären Bausteine des Mutterhexagrammes (MH) sind das untere und das obere Trigramm Wasser. Hexagramm 29 ist also eines der acht Doppelzeichen und wird im I Ging beschrieben als „Gefahren über Gefahren“, was von den Attributen stammt, die mit den beiden Primärtrigrammen verbunden sind. Die innere Struktur setzt sich zusammen aus dem Unteren Kerntrigramm (UKT) Donner, das für Explosivität, Druck und Energiefreisetzung steht, sowie dem Oberen Kerntrigramm (OKT) Berg, dessen Eigenschaften Standhaftigkeit, Ruhighalten und Weisheit, aber auch Egoismus, Habgier und Dogmatismus symbolisieren.

Bringt man diese beiden zusammen, erhält man das sogenannte innere Hexagramm, was in diesem Falle Hexagramm 27 • Die Ernährung ist. Dort wird von Ausgewogenheit und Maß in der Wahl der geistig-körperlichen Bedürfnisbefriedigung gesprochen, was bedeutet, daß man, gerade in (seelischen) Krisensituationen, bei der Wahl seiner „geistigen Ernährung“ wählerisch sein muß.

Entsprechend den Ausgleich schaffenden Gesetzen von Yin und Yang, bringt das polare Zeichen 30 – Feuer/Feuer • Die Bewußtmachung, Licht in diese dunklen Abgründe, was auch den Sinn solcher „mit Hemmnissen durchsetzten Zeiten“ erklärt. Es wird hier das Erkennen von Unstimmigkeiten durch Lichtmachen (in sich hineinschauen, ausleuchten, sich Klarheit über die tieferen Ursachen verschaffen) angedeutet, was ebenfalls ein klarer Hinweis ist, in schwierigen Lebenslagen Um- und Einsicht walten zu lassen, anstatt mit „Waffengewalt“ dagegen anzugehen.

Das letzte und auf übergeordneter Ebene mit dem Mutterhexagramm 29 verbundene Zeichen, ist das Hexagramm 2 • Die Erde. Es ist der spirituelle Hintergrund (Ho Tu), die Nabelschnur zum Himmel, die darauf hinweist, sich zu reinigen, leer zu machen und offen zu sein für neue und fruchtbare Zeiten, die diesen problematischen folgen werden.

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Die wichtigsten Attribute der beiden Bausteine Wasser sind:

• Fruchtbarkeit
• Kreativität
• Reinigung
• Neuland erschließen
• Individuation
• Gefahren
• das Schicksal
• die Achtsamkeit
• der Regen
• Täuschung
• Entfremdung
• Verwicklungen
• Hemmnisse
• Probleme
• Unglück
• Streit
• Angst
• Verdrängung
• seelische Abgründe
• Mißtrauen


Einige Kernsätze die dieses Zeichen beschreiben:

• Unberechenbare Hindernisse
• große Risiken eingehen
• Gefahren, die es abzuwehren gilt
• seelischer- oder allgemein gefährlicher Sprengstoff
• korrekte Auswege suchen
• das Denken klären
• Gefahr der Komplexbildung
• psychische Stagnation
• Bewegungseinschränkung
• Auswege finden durch Lernen und Offenheit in der Begegnung mit den Menschen
• Licht in die seelischen Abgründe bringen
• auf seinen Bauch hören
• hartnäckige Ängste erkennen
• die (Neu-)Geburt in das Leben

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Thema des Jahres: Schwierigkeiten ohne Gewaltakte beseitigen

Im übertragenen Sinne symbolisiert das Zeichen 29 gefahrvolle Schluchten oder Abgründe, in denen man sich befindet (Linie zwei, das Denken und Linie 5, die Seele, als „Gefangene der widrigen Umstände“) und aus denen man herauskommen kann, wenn man sich entsprechend verhält. Es sind die zwei starken Yang-Striche, die, umgeben von Felswänden oder hohen Ufern, das Flußbett darstellen, in dem sich das Wasser bewegt. Auf den Menschen bezogen stellt es die im Körper eingeschlossene Seele dar, die, einem Wildbach gleich, die Abgründe des Lebens durchfließt.

In der Verdoppelung des Zeichens Wasser herrscht sowohl von außen (oben) als auch von innen (unten) eine Dominanz des abgründigen Prinzipes vor. Die gefährliche Situation seelischer Überladung ist eingetreten (Wasser und oberes Kerntrigramm Berg), aus der kein klarer Gedanke mehr befreiend heraushelfen kann, da die Felswände (die Verstrickungen) zu hoch oder die Ufer (die inneren Abgründe) zu schlammig sind, um sich an sie zu haften. Wollte man dennoch versuchen sich über das schlammige Ufer zu retten, oder sich an den schroffen Felswänden (den harten Seelenbrocken, dem Althergebrachten) festzuklammern, würde man sich um so mehr mit der gefährlichen Lage verstricken.

Die einzige Rettung in einer solch gefahrvollen Situation ist die Beständigkeit des eigenen Wesens. Nur durch diese Kraft kann es gelingen, Herr der schwierigen Lage zu werden. Gefahren über Gefahren, oder wie man im Volksmund sagt: „Vom Regen in die Traufe“, das darf kein Dauerzustand sein. Denn nimmt man das Hexagramm sinngemäß, so käme dies gefährlicher Verwegenheit nahe, die irgendwann unweigerlich zum Verhängnis wird. Deshalb gilt es sich ihr (der Gefahr, dem Schicksal, den widrigen Umständen) zu stellen und ohne Gewaltakte, allein durch das richtige Verhalten, herauszukommen. Folgt man dabei dem Beispiel des Wassers, so ist es seine Wesensart, die es zu verinnerlichen gilt. Vital und unbeugsam und doch anpassend, füllt es langsam jede Höhlung aus, bis das Hindernis überflossen wird. Sein Herz ist die Treue und Beharrlichkeit (OKT Berg) mit der es sein Ziel verfolgt (UKT Donner). Was auch immer seinen Fluß behindert, es findet einen Weg darüber hinwegzukommen, weil es seinem Wesen entspricht, das nicht anders kann als zu fließen.

Wer vor Angst erstarrt (Niere), der blockiert seine eigenen Möglichkeiten, weil er (unbewußt) die Überwindung dessen verhindert, was ihm diese Angst einflößt (die eigenen Blockaden, die äußeren Widrigkeiten). Anstatt die Mißstände zu bereinigen, verharrt man in der Gefahr und verstrickt sich immer mehr in ihr. Seelische Stauungen, die sich in verschiedenen Komplexen äußern, sind die Folge. Der innere Druck steigt (UKT Donner) und richtet sich gegen einen selbst. Man wird mißtrauisch, kapselt sich ab und nimmt die Umwelt nur noch entfernt als etwas Bedrohliches wahr. Die Angst wird stärker und löst, da sie ja überwunden werden will, Wiederholungszwänge aus, die immer wieder in gefahrvolle Situationen führen. Man fühlt sich eingeschlossen und beengt und verliert jegliches Interesse an Menschen und Dingen. Die Seele (das Wasser) ist ihrem Wesen beraubt und muß durch eine Überschwemmung, ausgelöst durch den inneren Druck (eine geistige Neuverknüpfung), wieder zum Fließen gebracht werden.

Immer und überall hält uns die Natur auf beeindruckende Art und Weise vor Augen, welches Verhalten für welchen Umstand das geeignete ist. Im Beispiel der gefahrvollen Auseinandersetzungen und seelischen Konflikte zeigt uns das Wesen des Wassers, welches der Weg zur Überwindung solcher Hindernisse ist. Im Geiste und im Herzen ist es seinem Wesen treu und verfolgt mit Beharrlichkeit sein großes Ziel. Gleichzeitig steht es für das kreativ-kommunizierende Prinzip, daß durch beständiges Wiederholen (Lernen durch Speichern) im Fluß gehalten wird. Man lernt das Wesen der Gefahren kennen, indem man die eigenen, seelischen Hindernisse aufarbeitet und überwindet. Denn Seelenenergie muß fließen, damit man seinem Selbst gemäß als Seele von Mensch dem Leben begegnen kann.

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Allgemeine Entwicklung der Weltsituation

Ganz sicher das Jahr der „kreativen Pfadfinder“, derjenigen Menschen also, die unkonventionelle Wege gehen und zu neuen Selbstverwirklichungsmethoden greifen. Dabei werden die Zeitumstände die Marschrichtung vorgeben, was darin begründet liegt, daß sich das Rad der Hexagramme in einer absteigenden Bewegungsrichtung befindet. Nach einer über dreißig Jahre dauernden Phase des Aufstieges (von 1957–1986) und einer komprimierten Phase des spirituellen Erwachens (der esoterische Boom der 80er- und 90er-Jahre), hat mit den Jahren ‘94 und ‘95 eine Zeit der Reinigung begonnen, die in der großen Kreisordnung des Shao Yung, in den Wasserjahren zum Ausdruck kommt (Seelenhygiene). Interessanterweise stößt man, wird das Rad der Zeit um dreißig Jahre zurückgedreht, auf das Jahr 1970, das dem polaren Hexagramm 30 • Die Bewußtmachung, entspricht (Feuer/Feuer) und eindeutig eine Zeit beschreibt, in der Lernen, Bildung und schöpferische Erweiterung eine bedeutende Rolle spielten. Damit ist auch die Sehnsucht nach diesen „guten alten Zeiten“ zu erklären, die selbst unter der heutigen Jugend zu beobachten ist. Geht man eine weitere Spanne von zwei Jahren zurück, finden sich in der Hippie- und Studentenbewegung der 68er die Anfänge eines neuen „Familienbewußtseins“, nämlich der Ausbruch aus dem engen Rahmen des bürgerlichen Sippengeschehens (Hex. 37).

Während also die damaligen Feuerjahre mit Aufbruchstimmung und Optimismus behaftet waren, sind die dem Wasser zugeordneten Attribute eher mit Gefahr und schicksalshafter Erfüllung zu beschreiben, was natürlich zunächst sehr negative und mit Angst besetzte Empfindungen auslöst. Dies wird um so verständliche, wenn man weiß, daß mit ihm verbunden ist, was wir die Seele oder das „Selbst“ nennen. Das Selbst als Lebensauftrag, den es zu erfüllen gilt (Selbstverwirklichung) und gleichzeitig als höheres Schicksal, dem man nicht entkommen kann. Während uns dieses Schicksal in der aufsteigenden, also ersten Lebenshälfte ausreichend Spielraum zur Selbstentwicklung gibt, wird es uns in der absteigenden Lebenshälfte nicht mehr aus der „Pflicht“ entlassen, die höhere Ordnung allen Geschehens zu erkennen. Mit welchen Mitteln dies geschieht, hängt ganz allein von den geschaffenen Umständen ab, in denen wir uns zu diesem Zeitpunkt befinden.

Reinigung, ob im Inneren oder im Äußeren, kann durch vielerlei Methoden in Gang gesetzt werden. Wasser ist immer verbunden mit neuer Fruchtbarkeit, der allerdings sehr oft „Katastrophen“ wie (seelische) Überschwemmungen vorausgehen, die Berge von (Zivilisations-) Schmutz hinterlassen, den es (bewußt) aufzuräumen gilt. Der Mensch (die Seele, das vertrocknete Land) wird erweckt aus der Erstarrung, indem seine Ohren für die Mißklänge hörend und seine Augen für die gefährliche oder vergiftete Lage geöffnet werden.

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Berufe und Einrichtungen, die besonders begünstigt sind

Alle Formen von Körpertherapien, Kommunikationstechnologien, chemische Industrie, Medien, Werbung, Psychotherapeuten und spirituelle Lehrer, Schriftsteller, Rechtsanwälte, höheres Management, Journalisten, die Ölindustrie, Reiseunternehmen und ganz allgemein künstlerische Berufe. Auch Krankenhäuser und Erholungseinrichtungen sowie das Gaststättengewerbe können sich nicht über einen Mangel an „Kundschaft“ beklagen. Ganz bestimmt werden sich auch völlig neue Betätigungsfelder auftun, die aber in vielen Fällen nichts mit dem herkömmlichen Verständnis von Beruf zu tun haben, sondern eher eine kurzfristige Hochkonjunktur erleben. Eine herausragende Rolle wird das Kommunikationsmedium Computer spielen (Computer = Wasser), mit dem sich eine unvorstellbare Vielzahl kreativer (und damit auch abgründiger) Möglichkeiten auftut.


Gesellschaft und Politik

Alkoholismus und sexuelle Schrankenlosigkeit werden sich zu einem ernstzunehmenden und belastenden Problem ausweiten. Besonders in Großstädten drohen Anschläge, die zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen extremistischen Gruppen führen. Einbruch- und Diebstahlsdelikte könnten eine echte Plage werden. Kommunikationstechnologien (Internet und Telefon) erleben einen beeindruckenden Aufschwung und sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Dies allerdings wird neue Gefahren mit sich bringen (flächendeckende Untergrundarbeit krimineller Vereinigungen, Ausnutzung durch Abhängigkeit, geistiger Diebstahl), die man, wie immer, wenn sich etwas zur Massenbewegung entwickelt, erst erkennt, wenn das Übel bereits Fuß gefaßt hat.

Politik im ursprünglichen Sinne wird immer schwieriger zu betreiben sein. Dies ist natürlich zunächst auf die „kosmischen Rahmenbedingungen“ zurückzuführen, die keine gröberen Balanceakte mehr zulassen, und desweiteren darauf, daß die „Vertreter des Volkes“ nicht mehr allein ihrer Überzeugung gemäß agieren können, sondern zunehmend von den Medien und einer Eigeninteressen verfolgenden Lobby an der Leine geführt werden.


Wetter

Besonders im Frühjahr drohen, nach gewaltigen Regenfällen, Überschwemmungen, die besonders den Osten Deutschlands treffen könnten. An den Küsten wird sich das turbulente Wetter der vergangenen Jahre fortsetzen, ja besonders im Frühjahr bedrohliche Situationen hervorrufen. Der Winter zeigt sich wieder mit viel Schnee und Kälte. Überhaupt wird das Jahr eher verregnet sein, wobei sich im Herbst (September, Oktober) eine Wetterberuhigung zeigt. Es empfiehlt sich, den Süden aufzusuchen und den Norden zu meiden.

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Gesundheit und Krankheit

Auf dem Vormarsch sind ansteckende und hartnäckige Virusinfektionen. Die Folgen falscher Ernährung und „giftiger Arzneien“ zeigen sich in vermehrt auftretenden Intoxikationszuständen. Knochen-, Blut- und Geschlechtskrankheiten, sowie in auffälligem Maße Ohrenbeschwerden (Tinnitus) und Immunschwächekrankheiten nehmen zu. Da die innere Struktur des Zeichens 29 auf eine blockierte Situation hinweist (seelische Schwere), ist Angst, die an die Nieren geht ein weiteres Thema dieser Zeit.


Schlußbemerkung

Ich will hier nicht denjenigen das Wort reden, die für den Beginn des neuen Jahrtausends die schlimmsten Horrorszenarien heraufbeschwören, sondern lediglich auf wirklich ernstzunehmende Schwierigkeiten hinweisen, die man, das richtige Verhalten vorausgesetzt, gemeinsam überwinden kann. Daß nach jedem Höhenflug ein Absturz oder zumindest ein Zurückkommen auf den Boden der „kosmischen Realität“ folgt, dürfte bei all der Überheblichkeit und dem Selbstverständnis, mit dem wir „unser Leben“ gestalten, eigentlich nicht verwunderlich sein. Und dies ist kein Strafprozeß einer uns übel gesinnten Macht, sondern der Bumerang all der geistigen Taten und Handlungen, die wir selbst begangen haben.

Deshalb liegt es auch allein an unserer Haltung, die wir gegenüber schwierigen Zeiten einnehmen, wie sich diese auf unser Wohlergehen auswirken werden. Nach all den fetten Wohlstandszeiten, die zumindest in unserer westlichen Welt geprägt waren von materiellem Überfluß, könnten wir nun unsanft daran erinnert werden, daß die Früchte unseres Tuns nicht immer die bekömmlichste Nahrungsquelle sind.

Letztendlich aber sollten wir nicht vergessen, daß in unsicheren oder chaotischen Zeiten auch immer etwas Neues seinen Anfang nimmt, das auf Altes und Überkommenes ganz natürlich folgen muß. Vielleicht ist es hilfreich, das ganze Geschehen mit einem Wasserrad zu vergleichen, das durch Aufnehmen und Abgeben das Räderwerk des Lebens in Bewegung hält.

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